Welche Draht - Wicklungen für E-Zigaretten gibt es?

Welche Wicklungen für E-Zigaretten gibt es?

Hier wollen wir uns nun einem richtig spannenden Thema widmen: Wicklungen aus Draht. Was daran so aufregend ist? Frag mal die eingefleischten Enthusiasten unter den Selbstwicklern! Die können sich nämlich stundenlang mit diesem Thema auseinandersetzen und ausdiskutieren, welches denn nun die schönste, beste, stärkste usw. Wicklung ist. Draht ist nämlich nicht bloß Draht, er ist das Material, aus dem du die Heizwendel für deinen Verdampferkopf herstellst und das ist immerhin die Stelle, wo der ganze Zauber passiert: Hier wird das Liquid in gasförmigen Zustand versetzt und verwandelt sich in den wohlschmeckenden Dampf, den wir alle so sehr schätzen. Zeit also, die verschiedenen Wicklungen mal etwas genauer zu betrachten. Bitte beachte aber das wir hier keinen vollständigen Überblick über alle Wicklungsarten geben können. Vom Prinzip her solltest du allerdings nach dem lesen dieses Artikels in der Lage sein zu verstehen, was die einzelnen Wicklungen bedeuten und welche für deinen Einsatz die Richtige ist.

Was ist eigentlich so toll am Selbstwickeln?

Mit welchem Draht du deine Wicklungen herstellst und auf welche Art und Weise du deinen Heizdraht wickelst, hat entscheidenden Einfluss auf die Leistung, die Verdampfungsfläche und damit die Dampfmenge sowie die Intensität des Geschmacks. Mit anderen Worten: Wenn du deinen Verdampferkopf selbst wickelst, hast du unzählige Möglichkeiten, dein Dampferlebnis selbst zu gestaltet.
Auch der Kostenvorteil beim Selbstwickeln ist nicht zu verachten. Während du einen Coil für Fertigverdampfer für durchschnittlich etwa 2 bis 4 Euro bekommst, kosten dich das Stück Draht und das Wattebüschel, mit denen du deinen Verdampferkopf selbst wickeln kannst, lediglich ein paar Cent.

Die gängigsten Wicklungen für Selbstwickler

Inzwischen gibt es eine beträchtliche Anzahl verschiedener Arten zum Wickeln einer Heizwendel und die Dampfer-Community wird nicht müde, sich immer neue auszudenken. Einige davon haben sich bei den meisten Selbstwicklern durchgesetzt und als bewährte Lösungen etabliert. Diese Wicklungen sind inzwischen auch bei den Händlern angekommen. Wenn du die verschiedenen Coils also in Ruhe ausprobieren möchtest, musst du dich nicht unbedingt auf einen Bastel-Abend einstellen. Du kannst die Coils schon fertig gewickelt kaufen und musst sie nur auspacken, einbauen und mit Watte bestücken. Schon kann’s losgehen!

Und jetzt geht es los – Das sind die bekanntesten Drahtwicklungen

Damit du einen Überblick bekommst, haben wir dir hier die gängigsten Coils für Selbstwickler mal übersichtlich aufgelistet:

Der Spaced Coil:

Den Spaced Coil könnte man auch „Einsteiger-Coil“ nennen, denn er ist am einfachsten zu wickeln und deshalb super für Wickel-Neulinge geeignet, die sich an ihrem ersten Coil versuchen möchten. Hierfür verwendest du einen einfachen, am besten durchschnittlich dicken Draht und wickelst ihn gleichmäßig um deine Wickelhilfe. Dabei lässt du etwas Platz zwischen den einzelnen Windungen – daher der Name „Spaced Coil“.

Spaced-Coil

Der Micro Coil:

Der Micro Coil wird im Prinzip genauso gewickelt wie der Spaced Coil, nur dass du hier zwischen den einzelnen Windungen keinen Platz lässt. Dadurch ist der Coil besonders kompakt und platzsparend, eben „Micro“. Auch für diesen ist ein ganz einfacher Draht bestens geeignet.

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Der Parallel Coil:

Dieser Coil wird aus einem dickeren und einem dünneren Draht, der direkt daneben liegt, zu einer Heizspule gewickelt. Das wird gemacht, damit der Coil auch mit weniger Windungen einen niedrigen Widerstand in Ohm erhält. Denn beim Wickeln lautet die Devise: Je mehr Windungen, desto weniger Widerstand. Der Coil kann dabei mit verschiedensten Drähten kombiniert werden.

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Der Twisted Coil:

Der Twisted Coil ist schon etwas anspruchsvoller und erfordert etwas mehr Zeit, ist aber ebenfalls schnell gemeistert. Zunächst werden zwei gleich dicke Drähte miteinander verdrillt, man sagt auch „getwistet“. Dieser getwistete Draht wird dann zur Heizwendel gewickelt.

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Der Tiger Coil:

Das Prinzip ist hier das gleiche wie beim Twisted Coil, nur dass hier zwei verschiedenartige Drähte zum Einsatz kommen. Für den Tiger Coil wird ein einfacher Draht mit einem flachen Draht verdrillt, bevor daraus der Verdampferkopf entsteht. Der Draht, um den sich die anderen drehen, wird im Wickler-Jargon auch „Seele“ genannt.

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Der Quad Coil:

Wir nähern uns der nächsten Schwierigkeitsstufe. Für einen Quad Coil musst du nämlich gleich vier Drähte miteinander twisten und das erfordert etwas mehr Geduld. Keine Sorge: Mit etwas Übung hast du den Dreh schnell raus. Die Wicklung besteht aus zwei innenliegenden Drähten und aus einer äußeren Wicklung.

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Der Clapton Coil:

Diese Wicklung wurde von einer Gitarrensaite inspiriert und hat deshalb einen der berühmtesten Gitarristen als Namenspaten. Der Clapton Coil besteht aus einem dickeren Draht (Seele), der von einer Spirale aus dünnem Draht wie von einem Mantel umhüllt ist. Ihre große Beliebtheit verdankt diese Wicklung nicht nur der größeren Oberfläche, die eine höhere Dampfproduktion erlaubt, sondern auch dem vollmundigen Liquidgeschmack, den man mit diesem Coil erhält. Denn bei verschiedenen Temperaturen treten unterschiedliche Geschmacksnoten des Aromas in den Vordergrund. Da sich die Seele des Clapton Coils schneller und stärker erhitzt als der Mantel, wird das Liquid mit zwei unterschiedlichen Temperaturen verdampft. So gelangen mehr unterschiedliche Geschmacksnuancen in den Dampf und der Geschmack wird reichhaltiger. Die Herstellung eines solchen Coils erfordert einiges an Fingerspitzengefühl – und einen Akkuschrauber.

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Der Fused Clapton Coil:

Dieser Coil ist im Prinzip genauso aufgebaut wie der Clapton Coil, hat aber zwei Seelen, also zwei dickere Drähte in der Mitte. Dadurch hat der Coil einen noch geringeren Widerstand als der Clapton Coil bei gleich vielen Windungen.

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Der Parallel Clapton Coil:

Wie der Parallel Coil werden hier verschiedene Drähte nebeneinander zu einer Heizwendel gewickelt, nur das der dickere Draht hier der Clapton Draht ist. Der zweite Draht ist meist ein einfacher Draht, der einen etwas geringeren Durchmesser hat als der Clapton Draht. Noch ein Draht im Spiel bedeutet: Weniger Widerstand, mehr Verdampfungsfläche und noch mehr Geschmacksnuancen.

Der Twisted Clapton Coil:

Hier werden – du ahnst es schon – zwei Clapton Drähte miteinander getwistet und ergeben ein recht voluminöses Gebilde mit besonders viel Verdampfungsfläche. Dementsprechend hoch ist bei einer solchen Wicklung allerdings auch der Liquidverbrauch. Also aufpassen: Mit einem Twisted Clapton Coil ist so ein Tank schon mal ruckzuck leer gedampft.

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Hive Coil:

Der Hive-Draht besteht aus zwei verdrillten Drähten. Zwei twisted Drähte werden wieder verdrillt, so dass diese Art der Drahtwicklung aus insgesamt vier Drähten besteht.

Durch die Doppelverdrehung entsteht eine sehr große Oberfläche des Hivedrahts - mehr Geschmack und eine mehr Dampf sind die Folge. Wie die meisten Spezialdrähte hat auch der Hive eine niedrige Ohmbereich. Dieser Spezialdräht ist eher was für erfahrene Dampfer. Sowohl die Widerstände als auch der Flüssigkeitsnachfluss (lange Abkühlphasen) müssen berücksichtigt werden.

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Der Alien Coil:

Das neueste Highlight im Selbstwickler-Universum ist wohl der Alien Coil, den es inzwischen auch schon in unterschiedlichen Versionen gibt. Der Alien Coil hat meist zwei Seelen die – ähnlich wie beim Clapton Coil – mit einem dünneren Draht ummantelt werden, nur das dieser Draht bereits in sich gedreht ist. Selbstwickler nutzen hierfür den Mantel eines Clapton Coils und wickeln diesen in entgegengesetzter Laufrichtung um die dickeren Drähte in der Mitte. Der Grund für diese Entwicklung ist natürlich: Mehr Dampf, mehr Flash und ganz viel Geschmack. Alien Coils gibt es heutzutage auch im Handel fertig gewickelt zu kaufen.

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FAZIT:

Was bringen eigentlich komplizierte Wicklungen? Nun ja, Geschmack ist immer sehr subjektiv und individuell und das muss schließlich jeder für sich selbst entscheiden. Klar ist jedoch das mehr Oberfläche auch mehr Dampf erzeugt und da der Wiederstand sinkt benötigt man auch mehr Watt, die die Masse an Metall will schließlich auch erwärmt werden. Die verschiedenen Wicklungstypen tun das auf unterschiedliche Weise, komplexe Drahtverflechtungen hin oder her schlussendlich soll das Liquid in der Watte verdampft werden. Achtet deshalb auf die Ohmzahl bei den Coils, checkt ob euer Akkuträger dafür geeignet ist und wie Ihr mit dem Wickeln der Watte zurechtkommt.
Überlegt euch auch für was Ihr den Coil einsetzen wollt. Große Dampfwolken für Kunststückchen oder wollt ihr den optimalen Geschmack rausholen. Hier kann man pauschal nicht sagen welches der beste Coil, es kommt auf euren Anwendungsbereich an. Mit einer Coilbox zum testen macht Ihr sicherlich am Anfang nichts falsch.

Nun liegt es wie immer an dir, herauszufinden, welche Wicklung für dich die beste ist, und vor allem, mit welcher du die schönsten Dampferlebnisse genießt. Wir hoffen, wir konnten dir mit unserer Einführung ein genaueres Bild der beliebtesten Wicklungen vermitteln. Wenn du jetzt richtig Lust bekommen hast, einige dieser Wicklungen einmal auszutesten: In unserem Shop erhältst du verschiedene Fertigcoils für deinen Selbstwickelverdampfer. Falls du zunächst mehr über die verschiedenen Drähte für Selbstwickler wissen möchtest: Hier erfährst du mehr dazu.

Zum Schluss noch ein Video als Anleitung für den Einstieg

Wir wünschen dir viel Erfolg bei deiner Wicklung!

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